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Hier finden Sie unser Blog WegBlicke – ein Ort für kurze Impulse, Gedichte und Texte, die Ihnen einen stillen Moment schenken und Sie in eine lebendige Gemeinschaft eintauchen lassen. Lassen Sie sich inspirieren und begleiten Sie uns auf dem kontemplativen Weg.

WegBlicke

Loslassen und beschenkt werden

Wir haben zu Hause ausgeräumt. Dabei fand sich ein Wäscheschränkchen mit bunten Scharnieren an den Schubladen. Es war zu schade für den Sperrmüll. Deshalb stellten wir es vor unsere Haustür auf den Gehweg. Abends klingelte bei uns eine mir unbekannte Frau und fragte, ob sie das Schränkchen wirklich mitnehmen konnte - es wäre so schön. Sie sei Malerin und würde ihre Sachen darin gut verstauen können. Ihre Freude war so groß, dass sie mir ein selbstbemaltes Rindenstück schenkte. Ich wurde beschenkt, weil ich losgelassen hatte. Gott schenkt uns auch immer wieder Neues und Schönes, wenn wir IHM unser Aufgebrauchtes geben.

Birgit Ruoff

Yesterday – Now – Tomorrow. Wow,

Ich war unterwegs: erst beim Arzt, dann beim Reifen-Wechseln, dann in der Apotheke. Schließlich eine halbe Stunde einfach Zeit. So lange braucht der Mechaniker für das Montieren der Reifen. Am Freisitz „meines" Italieners genehmige ich mir einen Espresso. Der Geruch von frischen Bohnen, der Geschmack des Kaffees bringen mich ganz in den Moment. Bin ruhig und entspannt. „Jetzt" ist gut. Ich liebe solche kurzen Unterbrechungen im Alltag. Da fällt mein Blick auf die Tasse und lese die Aufschrift: Yesterday – Now – Tomorrow. Wow, denke ich, der Italiener spürt das auch und fühle mich verbunden.

Wolfgang Holzschuh

Heimat finden

Während eines Wochenend-Kurses im Kloster Bernried, zwischen zwei Meditationszeiten, ging ich durch den stillen Park und entdeckte ein Insektenhotel.

Wie das Kloster den Suchenden Heimat gibt, so bietet das Insektenhotel den summenden Gästen Heimat. Auch Gott gibt uns Heimat: das Göttliche in uns ist dieser Ort.

Der kontemplative Weg führt uns Schritt für Schritt zurück – zu Gott in uns, zur Heimat in uns. Im Lauschen, im Atem, im Dasein wächst sie: die Heimat in uns, die immer da ist und immer bleibt.

Elija Bleher